Monatsarchiv: Juli 2017

Krzysztof Charamsa: Der erste Stein

»Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?« Diese Worte von Papst Franziskus ließen die Welt aufhorchen und viele homosexuelle Priester Hoffnung schöpfen. Doch ein grundlegender Wandel in der Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexualität lässt weiter auf sich warten. Umso mehr Wirbel verursachte das Coming-out des hochrangigen polnischen Priesters Krzysztof Charamsa im Oktober 2015. Charamsa lehrte an der Gregoriana und war Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre. Charamsa, der mit einem Mann zusammenlebt, wählte bewusst den Zeitpunkt kurz vor Beginn der Familiensynode im Vatikan, um auf das »unmenschliche« Verhältnis der Kirche zu Homosexuellen hinzuweisen und auf die Tatsache, dass der Klerus in weiten Teilen homosexuell sei.

Das Vaterunser neu betrachtet

Den „größten Märtyrer auf Erden“ hat Martin Luther einst das Vaterunser genannt. „Denn jedermann plagts und missbrauchts.“ In der Tat scheint das Vaterunser eine Art Allzweckwaffe zu sein, die bei jeder möglichen oder unmöglichen Gelegenheit zu passen scheint. Kein Wunder also, wenn es von vielen nur noch heruntergeleiert wird.