Markiert: Glaube

Worthaus Pop-Up 2020 in Tübingen. Ein Bericht.

Wir waren am 29.2.2020 mit 5 „bedingungs-losen“ Leuten beim Worthaus Pop-Up in Tübingen. Am Samstag, so gegen 10 Uhr, treffe ich im Pfleghof-Saal zuallererst auf Thorsten Dietz. Wir „kennen“ uns von facebook – und jetzt das erste Gespräch von Angesicht zu Angesicht („face-to-face“ für jene, die meinen, es wäre so cool, alles und jedes zu anglizismisieren). Ob es dieses Adjektiv wirklich gibt – who knows? Das Gespräch läuft wie geschmiert, kein Wunder, wenn zwei Ruhrpottkinder sich treffen.

Torsten Dietz: Weiter glauben

Wer sich mit dem christlichen Glauben beschäftigt, sieht sich häufig mit der Wahl zwischen liberaler Universitätstheologie oder fundamentalistisch anmutender Bibelgläubigkeit konfrontiert. Beides ist einem alltagstauglichen Glauben, der ehrfürchtig und neugierig gleichermaßen nach dem himmlischen Ewigkeitsfaktor sucht, wenig zuträglich.

Dabei sind sich in einer Sache alle einig: Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Doch wie kann, darf, muss man mit dem „Buch der Bücher“ umgehen?

Hubertus Halbfas: Glaubensverlust

Memoranden und Missbrauchsfälle, Problemstau und Priestermangel, Zank um den Zölibat und die Zukunft – mit unbestechlicher Klarheit durchleuchtet Halbfas die strukturellen Reformerfordernisse und geht ihnen buchstäblich auf den Grund: Die Krise der Kirche(n) ist eine handfeste Glaubenskrise. Die Glaubenslehre ist vielfach zur Glaubensleere verkommen. Wenn es nicht gelingt, diese Leere mit neuem Leben anzufüllen, dürfte es um die Zukunft der Kirche geschehen sein. Den Schlüssel findet Halbfas beim historischen Jesus selbst, der in den Glaubensbekenntnissen der christlichen Kirchen nicht vorkommt bzw. durch theologische Formeln ersetzt ist. Denn er hat eine Lebensweise angeboten, die sich im Alltag bewähren muss, aber keine Lehre, damit sie sich argumentativ bewahrheite. Halbfas unternimmt nicht weniger als eine Neuvermessung des Glaubens. Er zeichnet ein Programm, das die Kirchen unter Umständen mehr verändern würde, als diese sich zu ändern bereit sind.

Warum ich nicht mehr glaube

Wie verliert man seinen Glauben? Warum geht es oft jungen Leuten so? Die Autoren lassen Menschen zu Wort kommen, die sich vom Glauben abgewandt haben, und forschen nach Gründen. Sie stoßen auf Erschütterndes genauso...

Nicht-Gläubige trifft Jesus

Charlotte Rørth, eine erfolgreiche dänische Journalistin, hatte vor einigen Jahren – völlig unvermittelt – in Spanien eine Jesus-Erscheinung. Als sie dieser visionären Erfahrung auf den Grund gehen wollte, wiederholte sich die Begegnung. Sie ist keine Christin, keine Gläubige, keine Suchende. Darum fahndet sie mit journalistischer Gründlichkeit nach Antworten, durch Gespräche mit Wissenschaftlern, Psychologen, Theologen und reflektiert klug ihre Grenzerfahrungen: Was ist mir da passiert?