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Theodizee (Gerechtigkeit Gottes auf Erden)


Begriff

Der Begriff Theodizee benennt das Problem der Rechtfertigung Gottes angesichts einer gegen ihn vorgetragenen Anschuldigung wegen des in der Welt begegnenden Übels. Er stammt, nach Röm 3,5 gebildet, von Leibniz, der mit ihm seine „Abhandlungen zur Rechtfertigung (Théodicée) Gottes, über die Güte Gottes, die Freiheit des Menschen und den Ursprung des Übels“ überschrieben hatte.

Quelle: https://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitel-at/theodizee/

Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?

Seit es das Christentum gibt, existiert auch die Frage nach der Theodizee: Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er seit Jahrtausenden Verbrechen, Katastrophen und Kriege zu? Eine der insgesamt völlig ungenügenden Antworten der Kirchen lautet: Das Leid in der Welt ist Sündenstrafe und Folge der Erbsünde des Menschen. Adam und Eva waren Gott ungehorsam und diese Sünde setzt sich gleichsam genetisch durch die Menschheit fort. Ein großer Propagandist der Sündentheorie war Martin Luther: Er sah den Menschen als durch und durch verworfen an, zu retten nur durch die unverdiente Gnade eines gütigen, allmächtigen Gottes. In seiner Streitschrift kritisiert Heiner Geißler diese Sündenlehren scharf. Es ist höchste Zeit für die Kirchen, sich von einem Dogma zu verabschieden, das den Menschen die Schuld am Leid der Welt zuschiebt.

Quelle: Geißler, Heiner. Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?: Fragen zum Luther-Jahr (German Edition) (S.9). Ullstein eBooks. Kindle-Version.

Worthaus: Gott und das Leid

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Vorsicht: Siegfried Zimmer entsichert in diesem Vortrag den schärfsten Revolver des Atheismus‘ und hält ihn an die Schläfe seiner Zuhörer. Wird er auch abdrücken? Die Frage nach dem Leid der Welt im Angesicht Gottes ist eine der größten Anfragen an das Christentum. Wie kann es sein, dass vor Gottes Augen Kinder sterben, Arme verhungern, Menschen leiden? Kann es einen Allmächtigen eigentlich geben, der das alles geschehen lässt? Zimmer scheut diese Fragen nicht. Er drückt sich nicht. Er stellt sich. Also: Einmal warm anziehen, bitte — und auf in den Kühlschrank der Theodizee. Anmerkung: Der Vortragsstil spiegelt die ungezwungene Atmosphäre des Freakstock-Festivals wider. Siegfried Zimmer stellt sich auf sein Publikum ein, indem er wesentlich salopper und deftiger formuliert als gewöhnlich.

Worthaus@Freakstock 2013 — Borgentreich: 3. August 2013 von Prof. Dr. Siegfried Zimmer.

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Michael

Ja, Warum hat Gott Viren erschaffen? Wahrscheinlich ist schon die Frage falsch gestellt, aber zur Zeit fragt man sich (wie allerdings schon oft in der menschlichen Geschichte), ob Gott alles in der Hand hat. Um es gleich zu sagen, eine überzeugende Antwort habe ich nicht. Aber einige Gedanken: Die gegenwärtige Krise zeigt uns (mal wieder), dass es kein immer Weiter so gibt, dass schon Morgen alles anders sein kann, dass wir zerbrechliche, gefährdete Kreauturen sind. Es ist vielleicht gut, dass uns das wieder klar wird, ein Wissen, dass unserer Generation (mir auch) abhanden gekommen ist. Corona ist sicher keine Strafe Gottes, aber vielleicht eine Chance zum Nachdenken. Jemand, der sich um Angehörige sorgt oder vielleicht schon trauert, oder in großer Angst ist, nützt diese Nachdenkenschance allerdings nicht viel. Hier wäre besser, ein Klagepsalm zu beten (z.B. Psalm 22). „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ schreit Jesus am Kreuz und dieser Schrei ist wieder aktuell. Und dennoch vertraue ich, dass Gott da ist (wie ja letztlich auch der Psalmbeter). Wir wissen nicht, warum es Leid gibt (mich hat da noch kein Erklärungsversuch restlos überzeugen können), wir dürfen aber glauben (wenn wir es noch können), dass wir niemals allein sind, selbst wenn wir es so empfinden.

„Es wäre ein überzeugenderer Hinweis auf einen gütigen Schöpfer, wenn das Leben besser wäre, als wir es erwarten können … Mein Leben war bemerkenswert glücklich und liegt wahrscheinlich bei 99,99 in einer 100er-Skala menschlichen Glücks. Doch ich musste zuschauen, wie meine Mutter unter Schmerzen an Krebs starb, die Persönlichkeit meines Vaters durch die Alzheimer-Krankheit zerfiel und zahlreiche entferntere Verwandte im Holocaust ermordet wurden. Die Anzeichen eines gütigen Schöpfers sind ziemlich gut versteckt. Das Böse und das Leid haben schon immer jene beschäftigt, die an einen gütigen und allmächtigen Gott glauben. Manchmal wird Gott durch die Notwendigkeit des freien Willens der Menschen entschuldigt. Aber es erscheint für meine Verwandten etwas unfair, ermordet zu werden, damit Deutsche eine Gelegenheit für ihren freien Willen hatten.
Davon abgesehen: Wie erklärt der freie Wille den Krebs? Braucht ein Tumor ebenfalls einen Spielraum für seinen freien Willen? Ich halte es hier nicht für nötig zu begründen, warum das Böse in der Welt beweist, dass das Universum nicht geschaffen wurde, sondern nur, dass es keine Anzeichen von Güte gibt, die die Handschrift eines Schöpfers zeigen.“

Quelle: Physik-Nobelpreisträger Steven Weinberg (NICHT ÜBERPRÜFT), „Bild der Wissenschaft“ 12/1999. Die Urheberschaft Weinbergs als auch die Quellenangabe nur unter Vorbehalt!

Die aufgeworfenen Fragen sind auf jeden Fall nachdenkenswert.