Typisch fundamentalistische Sichtweisen – und was du darauf antworten kannst

by lr.

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Hier stellen wir euch in unregelmäßiger Reihenfolge ab sofort Videos, Bücher, Vorträge aus dem bibeltreu-fundamentalistischen Lager vor.

Meine Meinung - mike sommer

These: Das Wort (= die Bibel) ist Gott selber.

Anmerkung zur These: Lassen wir zunächst mal umkommentiert stehen.

These: Es gibt zentrale Bibelstellen, die belegen, dass der INHALT der Bibel Gott selbst ist.

Auszug (Beleg) aus dem Vortrag

… aber eben zentrale Bibelstellen, die das auch belegen, was ich euch hier als fundamentaltheologische Erkenntnisse mitgebracht habe. Dazu das Zentralwort aus dem Johannesprolog … da heißt es: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Joh. 1,1) Gott ist das Wort. Das Wort Gottes zeugt nicht nur von Gott, es offenbart nicht nur Gott, nein, die Bibel sagt hier deutlich, dass es Gott selber ist.

Anmerkung zur These

Hier wird in bewusst manipulierender Weise, um die eigene Bibelinterpretation auf Biegen und Brechen zu untermauern, das Wort Gottes, wie wir in der Präzisierung dieser These noch deutlicher sehen werden, präsentiert. Es soll gezeigt werden: Die Bibel („das, was hierin geschrieben steht“) IST GOTT. Diese Position ist zutiefst unbiblisch.

Wir lassen die Bibel und den zitierten Johannes-Prolog selbst sprechen

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. … Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Joh. 1, 1-5 und 14

Präzisierende Anmerkung zur These

Es ist doch wohl auch für den bibeltreuesten Christen glasklar, dass mit dem im Johannes-Prolog gemeinten WORT GOTTES JESUS gemeint ist. Und nur Jesus. NICHT die Bibel. Ansonsten würde das anschließende, begründende UND DAS WORT WARD FLEISCH (= Inkarnation Gottes in JESUS) doch gar keinen Sinn machen!

Bibeltreuer Gehorsam

Oder will jemand ernsthaft behaupten, die Bibel als das Wort Gottes wäre ins Fleisch gekommen? Hier sieht man ganz deutlich, wie Bibelstellen aus dem Zusammenhang gerissen, gekürzt und ganz bewusst den auf Gehorsam zu trimmenden bibeltreuen Ohren eingetrichert werden. Ich kann dazu nur sagen: Pfui, die ihr solches tut. Schämt euch.

Weiter auf Seite 2: „Wenn wir die Bibel kritisieren, kritisieren wir auch immer Gott.“

These: „Wenn wir die Bibel kritisieren, kritisieren wir auch immer Gott.“

„… aber das, was hierin geschrieben steht, dazu bekennt Gott sich so intensiv, so stark, dass er sagt: Das bin ich. Wenn wir von Bibel sprechen, reden wir immer auch von Gott. Und wenn wir Bibel kritisieren, kritisieren wir immer auch den lebendigen Gott. Das eine geht nicht ohne das andere. Weil das eben so zusammenhängt, wie Gott sich offenbart hat.“

Anmerkung zur These: Nein! Diese Behauptung ist grundlegend FALSCH.

Es ist nicht wahr, dass hinsichtlich des Inhaltes der Bibel („… aber das, was hierin geschrieben steht, dazu bekennt Gott sich so intensiv, so stark, dass er sagt: Das bin ich.“) Gott sagen würde: „Das bin ich“. JESUS sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ Daraus würde folgern, dass Gott sagen würde: „Wer JESUS sieht, der sieht mich.“
Weiter ist es vollkommen an den Haaren herbeigezogen, zu behaupten, „wenn wir die Bibel kritisieren, kritisieren wir immer auch den lebendigen Gott.“ Das ist eines der Spitzen-Axiome der fundamentalistischen Bibel-Engsicht.

Denken aus – Angst an!

Hiermit wird das (kritische) Denken aus- und permanente Angst vor Gott eingeschaltet. Typisch fundamentalistische Sichtweisen. Obwohl Jesus sagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken (mit deinem ganzen Verstand), und deinen Nächsten wie dich selbst!“

Exkurs: Der fundamentalistische Umgang mit der Heiligen Schrift

Quelle (Vatican Roman Curia)

Der fundamentalistische Umgang mit der Heiligen Schrift hat seine Wurzeln in der Zeit der Reformation, wo man dafür kämpfte, dem Literalsinn der Heiligen Schrift treu zu bleiben. Nach der Aufklärung erschien diese Art, die Bibel zu lesen, im Protestantismus als Reaktion auf die liberale Exegese. Der Begriff „fundamentalistisch“ wurde auf dem Amerikanischen Bibelkongreß geprägt, der 1895 in Niagara im Staate New York stattfand.

5 Fundamentalismus-Punkte

Die konservativen protestantischen Exegeten legten damals „fünf Punkte des Fundamentalismus“ fest: die Lehre von der wörtlichen Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift, der Gottheit Christi, der jungfräulichen Geburt Jesu, der stellvertretenden Sühne Jesu und der körperlichen Auferstehung bei der Wiederkunft Christi.

Nicht-biblische Ideologie

Obschon der Fundamentalismus mit Recht auf der göttlichen Inspiration der Bibel, der Irrtumslosigkeit des Wortes Gottes und den anderen biblischen Wahrheiten insistiert, die in den fünf genannten Grundsätzen enthalten sind, so wurzelt seine Art, diese Wahrheiten darzulegen, doch in einer Ideologie, die nicht biblisch ist, mögen ihre Vertreter auch noch so sehr das Gegenteil behaupten.

Doktrinäre Haltungen

Denn diese verlangt ein totales Einverständnis mit starren doktrinären Haltungen und fordert als einzige Quelle der Lehre im Hinblick auf das christliche Leben und Heil eine Lektüre der Bibel, die jegliches kritisches Fragen und Forschen ablehnt.

Er hat deshalb die Tendenz, den biblischen Text so zu behandeln, als ob er vom Heiligen Geist wortwörtlich diktiert worden wäre. Der Fundamentalismus sieht nicht, daß das Wort Gottes in einer Sprache und in einem Stil formuliert worden ist, die durch die jeweilige Epoche der Texte bedingt sind.

Menschliche Denkart wird nicht beachtet

Er schenkt den literarischen Gattungen und der menschlichen Denkart, wie sie in den biblischen Texten vorliegen, keinerlei Beachtung, obschon sie Frucht einer sich über mehrere Zeitepochen erstreckenden Erarbeitung sind und Spuren ganz verschiedener historischer Situationen tragen.

Typisch fundamentalistische Sichtweisen – wir werden hier vorgestellten Vortrag weiter eingehend behandeln. Schau einfach mal wieder rein bei uns. Wenn du Fragen hast oder ein offenes Ohr brauchst, dann kontaktiere uns gerne.

Kritisch betrachten

Typisch fundamentalistische Sichtweisen – und was du darauf antworten kannst: Uns geht es hier nicht um Polemik, sondern um eine kritische Betrachtung derer, denen wir es abnehmen, dass sie mit ganzem Herzen Christen sein wollen. Den Anfang macht ein Vortrag, den ein bibeltreu-fundamentalistischer Prediger vor bibeltreuen Zuhören hielt.

Wir nennen weder Jahr, Ort noch den Prediger – auf Nachfrage geben wir aber gerne Auskunft.