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Typisch fundamentalistische Sichtweisen – und was du darauf antworten kannst

These: „Wenn wir die Bibel kritisieren, kritisieren wir auch immer Gott.“

Auszug (Beleg) aus dem Vortrag

„… aber das, was hierin geschrieben steht, dazu bekennt Gott sich so intensiv, so stark, dass er sagt: Das bin ich. Wenn wir von Bibel sprechen, reden wir immer auch von Gott. Und wenn wir Bibel kritisieren, kritisieren wir immer auch den lebendigen Gott. Das eine geht nicht ohne das andere. Weil das eben so zusammenhängt, wie Gott sich offenbart hat.“

Anmerkung zur These: Nein! Diese Behauptung ist grundlegend FALSCH.

Es ist nicht wahr, dass hinsichtlich des Inhaltes der Bibel („… aber das, was hierin geschrieben steht, dazu bekennt Gott sich so intensiv, so stark, dass er sagt: Das bin ich.“) Gott sagen würde: „Das bin ich“. JESUS sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ Daraus würde folgern, dass Gott sagen würde: „Wer JESUS sieht, der sieht mich.“
Weiter ist es vollkommen an den Haaren herbeigezogen, zu behaupten, „wenn wir die Bibel kritisieren, kritisieren wir immer auch den lebendigen Gott.“ Das ist eines der Spitzen-Axiome der fundamentalistischen Bibel-Engsicht.

Denken aus – Angst an!

Hiermit wird das (kritische) Denken aus- und permanente Angst vor Gott eingeschaltet. Typisch fundamentalistische Sichtweisen. Obwohl Jesus sagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken (mit deinem ganzen Verstand), und deinen Nächsten wie dich selbst!“

Exkurs: Der fundamentalistische Umgang mit der Heiligen Schrift

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/pcb_documents/rc_con_cfaith_doc_19930415_interpretazione_ge.html

Der fundamentalistische Umgang mit der Heiligen Schrift hat seine Wurzeln in der Zeit der Reformation, wo man dafür kämpfte, dem Literalsinn der Heiligen Schrift treu zu bleiben. Nach der Aufklärung erschien diese Art, die Bibel zu lesen, im Protestantismus als Reaktion auf die liberale Exegese. Der Begriff „fundamentalistisch“ wurde auf dem Amerikanischen Bibelkongreß geprägt, der 1895 in Niagara im Staate New York stattfand.

5 Fundamentalismus-Punkte

Die konservativen protestantischen Exegeten legten damals „fünf Punkte des Fundamentalismus“ fest: die Lehre von der wörtlichen Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift, der Gottheit Christi, der jungfräulichen Geburt Jesu, der stellvertretenden Sühne Jesu und der körperlichen Auferstehung bei der Wiederkunft Christi.

Nicht-biblische Ideologie

Obschon der Fundamentalismus mit Recht auf der göttlichen Inspiration der Bibel, der Irrtumslosigkeit des Wortes Gottes und den anderen biblischen Wahrheiten insistiert, die in den fünf genannten Grundsätzen enthalten sind, so wurzelt seine Art, diese Wahrheiten darzulegen, doch in einer Ideologie, die nicht biblisch ist, mögen ihre Vertreter auch noch so sehr das Gegenteil behaupten.

Doktrinäre Haltungen

Denn diese verlangt ein totales Einverständnis mit starren doktrinären Haltungen und fordert als einzige Quelle der Lehre im Hinblick auf das christliche Leben und Heil eine Lektüre der Bibel, die jegliches kritisches Fragen und Forschen ablehnt.

Er hat deshalb die Tendenz, den biblischen Text so zu behandeln, als ob er vom Heiligen Geist wortwörtlich diktiert worden wäre. Der Fundamentalismus sieht nicht, daß das Wort Gottes in einer Sprache und in einem Stil formuliert worden ist, die durch die jeweilige Epoche der Texte bedingt sind.

Menschliche Denkart wird nicht beachtet

Er schenkt den literarischen Gattungen und der menschlichen Denkart, wie sie in den biblischen Texten vorliegen, keinerlei Beachtung, obschon sie Frucht einer sich über mehrere Zeitepochen erstreckenden Erarbeitung sind und Spuren ganz verschiedener historischer Situationen tragen.

Typisch fundamentalistische Sichtweisen – wir werden hier vorgestellten Vortrag weiter eingehend behandeln. Schau einfach mal wieder rein bei uns. Wenn du Fragen hast oder ein offenes Ohr brauchst, dann kontaktiere uns gerne.

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Wem bist du dann gehorsam?

Liebe(r) Raffa, vielen Dank für deine Frage. Gehorsam gehört nicht unbedingt zu den Kategorien, in denen ich denke und lebe. Bezüglich des (christlichen) Glaubens wollte Jesus, dass wir Gott vertrauen und uns von ihm bedingungslos angenommen wissen dürfen. Da passt Gehorsam einfach nicht, denn du kannst Liebe ja nicht „befehlen“.